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Wie schwer dürfen Handwerker heben und tragen?

Dörte Neitzel

Muskel- und Skeletterkrankungen wie beispielsweise Rückenschmerzen verursachen nicht nur Schmerzen bei den Betroffenen, sondern auch Arbeitsausfälle im Betrieb. Unter Handwerkern liegt die Quote besonders hoch. Während im Durchschnitt 27,2 Prozent aller Krankheitstage 2023 auf Erkrankungen von Muskeln und Skelett zurückgingen, waren es im Handwerk 31,1 Prozent und im Bau- und Ausbaugewerbe sogar 39,2 Prozent. Das belegen die Zahlen der Fehlzeiten-Analyse der IKK Classic 2023.

Ein Grund dafür liegt oft im Heben und Tragen von Lasten wie zu schweren Gerätschaften oder Baumaterialien – und nicht immer ist es möglich, auf einer Baustelle technische Hilfsmittel einzusetzen, die die Arbeitenden entlasten. Ein neues WC, Dachziegel oder Säcke mit Kalkzementputz müssen teilweise über enge Zugänge zum Ort der Verarbeitung gebracht werden.

Wie viel dürfen Männer und Frauen maximal heben und tragen?

Vieles ist in Deutschland reguliert, nicht jedoch die Gewichte, die Männer und Frauen im Job maximal heben dürfen. Daher gibt es auch keine offiziellen Grenzwerte. Fachärzte ziehen bei der Betrachtung aber Risikofaktoren in Betracht, zudem macht es einen Unterschied, wie häufig jemand schwere Lasten heben und tragen muss. Für die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) sind ungefähr 40 Kilogramm die Maximallast für Männer und 25 Kilogramm für Frauen. Aber das ist nur ein Richtwert.

Das sich die Experten in dieser Frage nicht einig sind, zeigt, die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro. Hier geht man von einem Richtwert von fünf Kilogramm für Frauen und zehn Kilogramm für Männer aus, die für gesunde Menschen als unbedenklich gelten. 

Mehr als nur das reine Gewicht zählt

Allerdings ist das Lastengewicht nicht der einzige Faktor, den es zu berücksichtigen gilt. Es kommt zudem auf das Alter und die körperliche Konstitution der Mitarbeiter an. Welche Bewegungsspielräume haben Arbeitende beim Heben und Tragen in einer konkreten Situation und wie hoch und weit wird die Last manuell bewegt? Besonders zu berücksichtigen sing beispielsweise Überkopf-Arbeiten. Diese Aspekte müssen in eine Gefährdungsbeurteilung eingehen.

Zur Hilfestellung gibt es die sogenannte Lastenhandhabungsverordnung. Sie enthält Vorschriften für das Heben und Tragen von Lasten im Berufsalltag. Sie hilft dabei, eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen und das Risiko zu ermitteln, das durch Hebetätigkeiten entstehen kann. 

Fixe Grenzwerte für Schwangere und Jugendliche

Während es für den Durchschnittsarbeitnehmer im Handwerk keine festen Maximalbelastungen gibt, gilt das für werdende Mütter nach Mutterschutzgesetz und Jugendliche nicht. Schwangere dürfen danach keine Arbeiten ausführen, bei denen sie regelmäßig mehr als fünf Kilogramm oder gelegentlich zehn Kilogramm heben oder tragen müssen.

Auch für Jugendliche gibt es Grenzen: So dürfen junge Frauen über zwei bis zehn Meter Wegstrecke maximal acht Kilogramm und junge Männer bis zu 14 Kilogramm tragen.

Was zählt zum „manuellen Heben und Tragen“?

Manuelles Heben, Halten und Tragen von Lasten beinhaltet laut BAuA jedes Befördern oder Abstützen einer Last durch menschliche Kraft. Dies betrifft Umsetz-, Halte- oder Transportvorgänge, die von Beschäftigten selbst durchgeführt werden. Lasten können Gegenstände, Personen oder Tiere sein. Unter manuellem Heben, Halten und Tragen ist Folgendes zu verstehen:

  • Heben (einschließlich Umsetzen oder Senken): Bewegen einer Last nach oben, auf gleicher Höhe oder nach unten
  • Halten: Stabilisieren einer Last auf einer bestimmten Position
  • Tragen: vorwiegend horizontaler Transport einer Last, die nicht den Untergrund berührt (Mitführen am Körper) über kurze Strecken

Das Heben, Halten und Tragen von Lasten kommt in unterschiedlichen Branchen und Berufen vor. Betroffen sind Beschäftigte mit Tätigkeiten wie beispielsweise:

  • Auf-/Abladen von Säcken,
  • Sortieren von Paketen,
  • Beladung von Maschinen ohne Hebehilfen,
  • Kommissionieren,
  • Umladen palettierter Waren,
  • Richtarbeiten am Dach von Hand

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